Kawasaki KLE 500 SE im Test

Die erste Reise-Enduro von Kawa seit 20 Jahren...

Kawasaki KLE 500 SE im Test Fotos: Motorradtest.de
 
 
Die Kawasaki KLE 500 SE präsentiert sich als vielseitiges Motorrad, das sowohl für den täglichen Stadtverkehr als auch für ausgedehnte Touren konzipiert wurde. Mit ihrem robusten, aber dennoch dynamischen Erscheinungsbild spricht sie vor allem Fahrer an, die Flexibilität und Zuverlässigkeit schätzen.

Endlich wieder Schotter bei Kawa

20 Jahre lang gab es keine KLE mehr - und somit keine Reise-Enduro von Kawasaki. Wer mit einer Grünen reisen wollte, der griff zu einer Versys - oder zur SX, also einem Sport-Tourer. Mit der KLE 500 bzw. der KLE 500 SE sollen Kawasaki-Kunden nun auch mal wieder ins Gelände gehen können. Und das zu einem sehr fairen Preis und mit einer A2 Maschine mit 45 PS.
 
Optisch setzt die KLE 500 SE auf eine Mischung aus sportlichen und klassischen Elementen. Die Verkleidung schützt wirkungsvoll vor Wind und Wetter, und die markanten LED-Leuchten sorgen für gute Sichtbarkeit. Die Verarbeitung ist typisch Kawasaki: solide, hochwertig und langlebig.
 

Die „SE“ (Special Edition) ist für 2026 das Modell für alle, die direkt auf große Tour gehen wollen. Im Vergleich zum Basismodell bietet sie ein scharfes 4,3-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Smartphone-Konnektivität (Rideology App) statt des Standard-LCDs, einen großer Aluminium-Motorschutz und robuste Handprotektoren ab Werk sowie ein höheres, verstellbares Windschild und LED-Zusatzscheinwerfer. 

Farbauswahl: Weiß oder Grau. Wir würden die weiße nehmen.
Farbauswahl: Weiß oder Grau. Wir würden die weiße nehmen.
 
 
Abmessungen und Sitzprobe
 
Mit einer Sitzhöhe von 870 mm ist sie zwar recht hoch, aber die schmale Taille („Ergo-Fit“-Konzept) ermöglicht es auch kleineren Fahrern, sicher mit den Füßen auf den Boden zu kommen. Zudem gibt es im Zubehör auch flachere Sitzbänke. Der Lenker ist breit und hoch angebracht, die Fußrasten dagegen eher tief. Alles zusammen ergibt dies eine sehr entspannte Sitzposition und auch das Fahren im Stehen funktioniert tadellos. Die Sitzposition ist also komplett aufrecht und ergonomisch, wodurch auch längere Strecken ohne Ermüdungserscheinungen möglich sind.

So sitzt es sich auf der Kawasaki KLE 500.
So sitzt es sich auf der Kawasaki KLE 500.
 

360 Grad Rundgang um die KLE 500

Cockpit Beleuchtung vorne Beleuchtung hinten

Technik der KLE 500 SE

Die technische Ausstattung der KLE 500 SE ist sehr einfach gehalten. Es gibt weder Fahrmodi noch eine Traktionskontrolle. Das 4,3" TFT-Farbdisplay lässt sich tadellos ablesen und auch eine Smartphone-Connectivity via Rideology-App ist in Serie dabei.

Alle Bedienelemente sind ergonomisch platziert und intuitiv erreichbar. Es gibt zwar einen ABS-An-Aus-Schalter, doch leider wirkt dieser stets auf beide Räder. Wir hätten uns ein abschaltbares ABS hur hinten gewünscht.

Die Hebel für Kupplung und Bremse sind nicht einstellbar. Auch eine automatische Blinkerrückstellung sucht man vergeblich. Dafür gibt es eine Warnblink-Anlage und sämtliche Lampen sind an der KLE 500 SE in LED-Technik ausgeführt. Die Standard KLE 500 für 6.495 Euro hat dagegen keine LED-Blinker und ein LCD-Cockpit.

Serien-Endschalldämfper Serien-Endschalldämfper. Keine Design-Ikone, aber durchaus okay. Klingt auch gut.
 

So fährt sie sich

Der 500 cm³ Parallel-Twin-Motor überzeugt durch seine ausgewogene Leistungsentfaltung. Mit einer maximalen Leistung von etwa 45 PS bietet die KLE 500 SE genug Kraft für Überholmanöver auf der Landstraße und bleibt dabei dennoch sparsam im Verbrauch. Die Motorcharakteristik ist angenehm linear, sodass auch Einsteiger schnell Vertrauen finden. Das nur mit Werkzeug verstellbare Windschild bietet zwar einen guten Windschutz, allerdings gab es bei uns so ab 100 km/h Verwirbelungen am Helm. Evtl. wird das besser, wenn man den Schild nach unten verstellt.
 
Motor aus der Z500 mit 45 PS und 43 Nm. Zweizylinder-Motor aus der Z500 mit 45 PS und 43 Nm.

 
Der Motor ist „auffällig unauffällig“. Er läuft vibrationsarm und im Gegensatz zur alten KLE, die man regelrecht auswringen musste, schiebt die 2026er-Version schon in der Mitte spürbar besser an. Das 6-Gang-Getriebe schaltet sich butterweich, was besonders im Stadtverkehr und im Gelände überzeugt. Einen Quickshifter gibt es nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Fährt man sehr untertourig, so goutiert der Motor das mit leichtem Meckern. Da man mit 45 PS aber sowieso eher mit etwas mehr Touren unterwegs ist, fällt das nicht so sehr ins Gewicht.
 
Kawasaki setzt auf einen stabilen Gitterrohrrahmen und ein nicht einstellbares KYB-Fahrwerk. Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt und meistert Unebenheiten souverän. Die Federung ist weder zu hart noch zu weich, sodass die KLE sowohl auf Asphalt als auch in leichtem Gelände eine gute Figur macht. Daher stört es uns auch nicht, dass lediglich die Federvorspannung hinten per Hakenschlüssel einstellbar ist.
 

Federwege: Satte 210 mm vorne (43mm Upside-Down-Gabel) und 196 mm hinten sorgen dafür, dass die KLE auch auf groben Schotterpisten nicht so schnell die Segel streicht.

Handling: Das Motorrad fühlt sich fast fahrradähnlich an. Dank des tiefen Schwerpunktes (der Motor sitzt sehr tief im Rahmen) lässt sie sich spielerisch durch Kurven dirigieren. Sie macht vor allem auf Schotter richtig Spaß! Dank des 21 Zoll Vorderrads und den langen Federwegen fährt es sich aber auch auf der Straße sehr souverän. Ein sportlicher Kurvenräuber ist die KLE natürlich nicht, aber das will sie ja auch gar nicht sein.

Bremsanlage von Nissin: Ausreichend für ein A2-Bike. Bremsanlage von Nissin: Ausreichend für ein A2-Bike.

Die Bremsanlage arbeitet zuverlässig, die Scheibenbremsen vorne und hinten greifen vernünftig zu und vermitteln stets ein sicheres Gefühl. Auf Kurven-ABS muss man in dieser Preisklasse natürlich verzichten. Schön ist die KLE 500 SE mit ihren Speichenfelgen aber in jedem Fall.
 
Die Garantie liegt bei der KLE bei 4 Jahren, der Service ist alle 12.000 Kilometer oder einmal jährlich fällig. Und hier kommen auch schon die Wettbewerber: CFMOTO 450 MT / Honda NX 500 / BMW F450 GS / KTM 390 Adventure R / Royal Enfield Himalayan 450
 

Fazit

Die Kawasaki KLE 500 SE ist ein gelungener Allrounder, der mit Leistung, Komfort und Zuverlässigkeit punktet. Sie eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Fahrer, die ein robustes und vielseitiges Motorrad suchen. Wer eine Maschine für den täglichen Gebrauch und gelegentliche Abenteuer abseits der Straße sucht, wird mit der KLE 500 SE bestens bedient. Für extremes Hard-Enduro ist sie allerdings nicht gebaut, das merkt man schon an der mässigen Bodenfreiheit. Trotzdem: Ein ehrliches Motorrad ohne überflüssigen Elektronik-Schnickschnack, das genau das tut, was draufsteht: Abenteuer im Alltag ermöglichen.
 
Ausprobieren könnt Ihr die KLE 500 SE am besten bei Heller & Soltau im schönen beschaulichen Sankt Michaelisdonn, denn dort gibt es wunderbare Landstraßen, auf den denen sich die KLE besonders wohl fühlt. Und natürlich gibt es dort auch jede Menge anderer Kawas, die man probefahren kann - und auch Bikes von Husqvarna findet ihr da. 

Preis/Verfügbarkeit/Farben/Baujahre

  • Preis: 7.295€
  • Verfügbarkeit: seit 03/2026
  • Farben: Weiß, Grau
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