Vereinfachte Bedienung und gesteigerter Fahrspass mit der genialen Honda E-Clutch

Gangwechsel mit der E-Clutch fallen up wie down jetzt sanfter und schneller aus

Vereinfachte Bedienung und gesteigerter Fahrspass mit der genialen Honda E-Clutch

Die geniale Honda E-Clutch überzeugt in der Praxis gleich doppelt – mit erhöhtem Bedienkomfort und gesteigertem Fahrspass

 
In einer Motorradwelt, die zunehmend von elektronischen Innovationen geprägt ist, existiert der Kupplungshebel weiter als herkömmliches Bedienungselement – als haptische Verbindung zwischen der linken Hand des Fahrers und dem Getriebe, was das Fahrerlebnis maßgeblich mitbestimmt. Die Honda E-Clutch definiert dieses Konzept und diesen letzten Bereich der manuellen Kontrolle neu. Das Bauteil wurde nicht abgeschafft, sondern weiterentwickelt und praxisfreundlich optimiert – für vereinfachtes und gesteigertes Fahrvergnügen.

 

Die Honda E-Clutch gestattet etwas, das jeder Motorradfahrer zu schätzen versteht: schnellere, sanftere Gangwechsel bei geringerem Kraftaufwand. Die Bedeutung des Systems geht sogar noch darüber hinaus. Durch die Kombination elektronischer Präzision mit der gewohnten mechanischen Funktionsweise hat Honda ein geniales Kupplungssystem geschaffen, das nahtlose Schaltvorgänge up wie down ermöglicht, ohne dabei das Fahrgefühl und die Freiheit eines herkömmlichen Motorrads mit manueller Schaltung zu beeinträchtigen.

 

Junya Ono, Assistant Chief Engineer bei Honda, erklärt dazu: „Die E-Clutch federt den beim Schalten auftretenden Ruck durch eine präzise Steuerung des Schleifpunkts ab und ermöglicht so geschmeidige und schnelle Gangwechsel beim Hoch- wie beim Herunterschalten. Damit wird sogar die Funktion eines herkömmlichen Quickshifters übertroffen. Die Vorteile treten in allen Fahrsituationen auf. Besonders deutlich wird der Unterschied bei niedrigem Tempo im Stadtverkehr, wo sich sanfte Gangwechsel am ehesten bemerkbar machen.“

 

Der Begriff der „teilweisen Kupplungssteuerung“ ist entscheidend, um zu verstehen, warum sich die Honda E-Clutch anders anfühlt. Ein herkömmlicher Quickshifter unterbricht kurzzeitig die Zündung oder die Kraftstoffzufuhr, um das Getriebe zu entlasten und Hochschalten ohne Kupplungsbetätigung zu ermöglichen. Dies ist zwar effektiv – besonders bei hohen Drehzahlen –kann jedoch, vor allem bei niedrigeren Geschwindigkeiten, einen unschönen Ruck beim Kraftschluss verursachen.

 

Die Honda E-Clutch steuert die Kupplung aktiv über elektronisch angesteuerte Aktuatoren. Anstatt die Kraftübertragung lediglich zu unterbrechen, lässt das System die Kupplung während des Schaltvorgangs sanft schleifen; dadurch werden Drehmomentsprünge geglättet, noch bevor der Fahrer diese überhaupt wahrnimmt.

Das Resultat ist ein Schaltvorgang, der sich flüssig statt abrupt und kontrolliert statt unterbrochen anfühlt. Ob im dichten Verkehrsgeschehen oder beim Durchschlängeln durch einen Stau – diese angenehme Geschmeidigkeit wird unmittelbar wahrgenommen. Das Motorrad bleibt ruhig, der Fahrer entspannt und das Fahrerlebnis gewinnt an Qualität.

 

Ein weiterer Benefit der Honda E-Clutch ist, den Zugang zum Motorradfahren zu erleichtern, ohne das aktive Fahrerlebnis zu schmälern. „Vorrangiges Ziel war, einer Vielzahl von Fahrern mehr Sicherheit und Fahrspass in unterschiedlichsten Situationen anzubieten“, sagt Junya Ono. „Dafür wurde die Logik der elektronischen Steuerung weiter verbessert und verfeinert.“

 

Die E-Clutch, die in der CB650R und CBR650R debütierte, stellte unter Beweis, dass eine automatisierte Kupplung und ein Schaltgetriebe harmonisch verknüpft werden können. Die zweite E-Clutch-Generation, die auf der EICMA 2025 in der XL750 Transalp und der CB750 Hornet der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, überträgt darauf aufbauend die Vorteile auf eine andere Hubraumklasse, ein anderes Motorkonzept sowie weitere Einsatzbereiche.

 

Ein wesentlicher Fortschritt der E-Clutch für die 750er-Twin-Modelle ist die Integration der elektronischen Throttle-by-Wire-Gasgriffsteuerung. Dies erschließt weiteres Potenzial, da sich das Verhalten der E-Clutch nun adaptiv statt nur reaktiv gestalten lässt.

 

„Dank der nun integrierten Fahrmodi lässt sich die E-Clutch in unterschiedlichsten Szenarien – vom Pendeln in der Stadt bis hin zur sportlichen Fahrt – einfacher nutzen, da das Verhalten besser auf die Bedürfnisse des Fahrers abgestimmt werden kann“, erklärt Junya Ono. „Zudem beinhalten Schaltvorgänge beim Herunterschalten jetzt eine automatische Zwischengasfunktion, was sanftere und nahtlosere Gangwechsel ermöglicht.“

 

Die automatische Zwischengasfunktion (Auto-Blipper) ist sportlichen Motorradfahrern bestens vertraut. Beim Herunterschalten aus höheren Drehzahlen erhöht ein kurzer Gasstoß die Motordrehzahl, um diese an die Getriebedrehzahl anzupassen und so Instabilität am Hinterrad zu verhindern. Normalerweise  erfordert dies vom Fahrer viel Fingerspitzengefühl und das richtige Timing. Bei der E-Clutch übernimmt die Steuerelektronik diesen Zwischengasstoß, steuert dabei aber – und das ist entscheidend – gleichzeitig den Kupplungsschlupf mit.

 

„Ähnlich wie beim Herunterschalten mit einem Quickshifter gibt das System einen Gasstoß, um die Motordrehzahl nach dem Gangwechsel an das entsprechende Niveau anzupassen“, erklärt Junya Ono. „Da die E-Clutch jedoch auch den Schleifpunkt der Kupplung steuert, wird insgesamt ein sanfterer Schaltvorgang erzielt.“

 

Die Kombination aus Drosselklappen-Anpassung und kontrolliertem Kupplungsschlupf sorgt für einen Schaltvorgang, der sich fast wie eine vorausschauende Aktion anfühlt. Es kommt zu weniger Unruhe im Fahrwerk und weniger Ruckeln im Antriebsstrang. Für Fahrer, die gerne kurvenreiche Landstraßen genießen, bedeutet dies gleichzeitig mehr Stabilität beim Bremsen.

 

„Bei starker Verzögerung kann die Last auf dem Hinterreifen abnehmen, wodurch die Drehzahl des Hinterrads hinter der tatsächlichen Fahrzeuggeschwindigkeit zurückbleibt“, erläutert Junya Ono. „Wird dabei wieder Last auf den Hinterreifen ausgeübt, kann die Differenz nicht vollständig ausgeglichen werden, was zu einem Springen des Hinterrads führt. Das System erkennt jedoch diesen Zustand und steuert die Kupplung so an, dass sie schleift. Indem man die Kupplung und nicht den Reifen schleifen lässt, wird die Fahrstabilität verbessert.“

 

Dieses System, welches ein stempelndes Hinterrad unterdrückt, kommt erstmals bei den Modellen CB 750 Hornet und XL 750 Transalp zum Einsatz. Es markiert eine Weiterentwicklung der E-Clutch: vom Komfortmerkmal hin zu einem aktiven System zur Stabilitätssteigerung. Dabei ist die Implementierung über verschiedene Motorplattformen hinweg weit mehr als nur ein einfaches Software-Update, weil sich jede Motorkonfiguration anders verhält.

 

„Jedes Triebwerk glänzt mit seiner eigenen Charakteristik, sodass entsprechend angepasste Einstellungen erforderlich sind“, sagt Junya Ono. „Besonders herausfordernd war dabei der Umgang mit Drehzahlschwankungen sowie variierendem Ansprechverhalten und entsprechendem Drehmomentverlauf.“

 

Ein Reihenvierzylinder dreht anders hoch als ein Paralleltwin. Drehmomentimpulse, die die Massenträgheit der Kurbelwelle und die Ansprechverhalten-Kennlinien beeinflussen, bestimmen dabei, wie die Kupplung eingreifen oder schleifen muss. Die technische Herausforderung besteht darin, diese Eigenschaften so präzise abzubilden, dass der Fahrer von den im Hintergrund ablaufenden Berechnungen und Eingriffen nichts bemerkt.

 

Fahrmodi fügen eine weitere Nuance hinzu. Im Modus „Rain“ ist das Ansprechverhalten sanfter, im Modus „Sport“ direkter. Da das elektronische Throttle-by-Wire-System die Drehung des Gasgriffs von der tatsächlichen Öffnung der Drosselklappe entkoppelt, muss die Kupplung nicht nur interpretieren, was der Fahrer gerade erledigt, sondern auch, wie der Motor als Nächstes reagieren wird. „Je nach gewähltem Fahrmodus variiert der tatsächliche Öffnungswinkel der Drosselklappe zur Stellung des Gasgriffs“, erklärt Junya Ono. „Die E-Clutch steuert die Kupplungfunktion dann entsprechend der Drosselklappenstellung an.“

 

Die doppelte Wirkungsweise – Abstimmung der Drosselklappenstellung und kontrollierter Kupplungsschlupf – sorgt für einen Schaltvorgang beim Herunterschalten, der sich fast wie eine vorausschauende Reaktion anfühlt. Es kommt zu weniger Unruhe im Fahrwerk und weniger Ruckeln im Antriebsstrang. Für Fahrer, die kurvenreiche Landstraßen genießen, bedeutet dies mehr Stabilität beim Bremsen.

 

„Bei starker Verzögerung kann die Last auf dem Hinterreifen abnehmen, wodurch die Drehzahl des Hinterrads hinter der tatsächlichen Fahrzeuggeschwindigkeit zurückbleibt“, erklärt Junya Ono. „Wird in diesem Zustand wieder Last auf den Hinterreifen ausgeübt, kann die Differenz nicht vollständig ausgeglichen werden, was zu einem Springen des Hinterrads führt. Das System erkennt diesen Zustand und steuert die Kupplung so an, dass sie schleift. Und indem man die Kupplung und nicht den Reifen rutschen lässt, verbessert sich die Fahrstabilität.“

 

In der Praxis bedeutet das ein gleichbleibendes Fahrgefühl. Ob bei vorsichtiger Fahrt auf nasser Fahrbahn oder beim dynamischen Befahren einer kurvenreichen Bergstrecke bei trockenem Asphalt – das Ein- und Auskuppeln erfolgt stets intuitiv und präzise dosierbar.

 

Im Gelände werden die Vorteile des Systems nochmals deutlicher. Wer Adventure-Bikes fährt, muss oft gleichzeitig die Balance halten, Gas geben, bremsen und den Untergrund im Blick behalten. „Zunächst einmal beseitigt die E-Clutch die Sorge, dass der Motor absterben könnte“, unterstreicht Junya Ono. „Man muss sich auch keine Gedanken mehr über die Bedienung des Kupplungshebels machen. Dadurch können sich Offroad-Fahrer, wenn der Untergrund besondere Aufmerksamkeit erfordert, mehr auf das Fahren konzentrieren.“

 

Auf losem Untergrund, auf dem die Traktion unvorhersehbar schwanken kann, geht das System der 750er-Baureihe noch einen Schritt weiter. Es kann auch dann passend hochschalten, wenn das Hinterrad beim Beschleunigen durchdreht; so bleibt der Vortrieb erhalten, ohne eine Instabilität zu generieren. Trotz dieser Automatisierung war es Junya Ono wichtig, das gewohnte Fahrgefühl zu bewahren.

 

„Wir haben uns bewusst für eine Konfiguration entschieden, die das Bedienlayout nicht verändert“, betont Ono. „Der Kupplungshebel ist wie gewohnt am Motorrad montiert. Schon die einfache Betätigung des Hebels sorgt für genau das gleiche Gefühl und die gleiche Bedienung wie bei einem herkömmlichen Motorrad mit Schaltgetriebe.“

 

Betont wird damit auch ein grundlegender philosophischer Unterschied. Die E-Clutch ist kein Ersatz für manuelles Schalten, sondern eine Ergänzung. Fahrer können sie völlig ignorieren und die Kupplung wie gewohnt bedienen. Oder sie überlassen der E-Clutch die Routinearbeit, während sie sich auf Ideallinie, Bremspunkte oder den Verkehr konzentrieren. Zudem hält das System eine Besonderheit für Fahrer bereit, die das gewohnte Kupplungsgefühl bevorzugen.

 

„Es bleibt grundsätzlich möglich, die Honda E-Clutch abzuschalten – etwa für Situationen, in denen die Kupplung nicht automatisch trennen soll, wie beim langsamen Fahren im Gymkhana-Stil, wo man sich vielleicht knapp über der Leerlaufdrehzahl bewegen möchte“, sagt Ono-san. „Wir sind der Meinung, dass die Möglichkeit, jederzeit zur Bedienung eines herkömmlichen Motorrads zurückzukehren, ein einzigartiger Vorteil ist, den andere automatische Kupplungssysteme nicht bieten.“

 

Letztlich hat das Aktivieren oder Abschalten große symbolische Bedeutung: Die Wahl liegt weiterhin beim Fahrer. Die beeindruckendste Leistung der Honda E-Clutch bleibt jedoch, wie unauffällig sich alles aus der Fahrerperspektive anfühlt. „Wir haben die Steuerungslogik auf die Fahrzeugeigenschaften und die Bedienbarkeit abgestimmt, um den Nutzen des Systems zu maximieren“, erklärt Junya Ono. „Neben funktionalen Erweiterungen, wie etwa der Abstimmung mit der Throttle-by-Wire-Elektronik, wurden auch Feinabstimmungen vorgenommen, um das Gefühl beim Anfahren und Schalten zu optimieren.“

 

Die E-Clutch drängt sich funktionstechnisch nie in den Vordergrund. Sie beseitigt lediglich – falls nötig - mechanische Reibung, verringert Ermüdung im dichten Verkehr, sorgt für mehr Souveränität beim Bremsen, stärkt das Vertrauen im Gelände und schärft die Präzision bei dynamischer Fahrweise. Für Fahranfänger werden Bedienungsprozesse vereinfacht, für Routiniers werden Hürden aus dem Weg geräumt, ohne das aktive Fahrerlebnis zu schmälern.

 

Damit verschiebt sich auf subtile Weise die Grenze zwischen manuellem Schalten und Automatikbetrieb. Der Kupplungshebel bleibt erhalten, die Getriebefunktion bleibt bestehen. Der Fahrer steht weiter im Mittelpunkt. Die unsichtbare Assistenz, die nun ins Zusammenspiel integriert ist, deutet auf eine Zukunft hin, in der ausgefeilte Technologie den Fahrer unterstützt, anstatt ihn zu ersetzen.

 

Darin liegt vielleicht die überzeugendste Innovation: Die Honda E-Clutch verändert nicht die Art und Weise, wie Motorräder gefahren werden, sondern definiert das Fahrgefühl bei jedem Schaltvorgang, jedem Anfahren und jedem Stopp neu – zum Wohle des Fahrers.

An unhandled error has occurred. Reload 🗙